Dass ich nicht gleich zur neuen Wundercreme griff, liegt daran, dass ich seit nun gut acht Wochen einen neuen Ansatz verfolge. Einer, der mir immerhin seit genau dieser Zeit nahezu eine Symptomfreiheit beschert. Zwei Monate Beschwerdefreiheit stellt für mich einen langen Zeitraum dar, auf den ich so am Stück seit langem nicht zurückblicken konnte.
Ende April berichtete das Deutsche Ärzteblatt von einer Studie, die im Children’s Memorial Hospital in Chicago durchgeführt worden war. Dabei bekamen Kinder mit Neurodermitis regelmäßig Vollbäder, denen Natriumhypochlorit zugesetzt war.
Natriumhypochlorit ist ein Bleichmittel, wie es in vielen Haushaltsreinigern, aber auch in Schwimmbädern zur Desinfektion verwendet wird.
Nicht nur, dass ich nun dreimal pro Woche in besagter Bleiche bade. Parallel dazu sprühe ich morgens und abends, nach dem Duschen und nach dem Abschminken den Hansaplast med Spray auf die gefährdeten Stellen. Dieser Spray wird normalerweise bei kleineren Schürfwunden zur Säuberung der Wunde verwandt.
Ein Ansatz also, der sich komplett dem Desinfizieren verschrieben hat. Die kleine Horror-Vorstellung, welch ungebetenen Gäste sich auf meiner Haut wohl fühlen, mal beiseite geschoben, erschien es mir schon immer erstrebenswert, die Haut einer intensiveren Reinigung zu unterziehen. Dies, obwohl dadurch scheinbar einer Austrocknung der Haut Vorschub geleistet wird – gemeinhin wird ja davon ausgegangen, man müsse die Haut üppig mit Cremes versorgen.
Generell bin ich zunehmend der Auffassung, dass es keine Frage der reichhaltigen Cremes ist, mit der sich der Neurodermitiker beschäftigen muss. Das Problem schlummert meines Erachtens an anderer Stelle. Cremes müssen weder besonders fett- noch feuchtigkeitsreich sein, auch wenn dies so vielfach von den entsprechenden Pharma- und Kosmetikfirmen angepriesen wird. Stimmt der Ansatz an anderer Stelle, kann jegliche “normale” Creme verwandt werden, so sie denn als angenehm empfunden wird.
Apropos: Ich bin dabei, meine gesammelten Creme- und Salbenerfahrungen zusammenzustellen, um sie hier in Kürze zu veröffentlichen.
Nochmal zusammenfassend:
Ich unterziehe meine Haut dreimal wöchentlich einem DanKlorix-, Domestos- o.ä. Bad (Beim Kauf des Mittels auf den Bestandteil “Natrium Hypochlorit” achten!) und arbeite parallel dazu mit dem „Mittel zur lokalen Keimreduzierung“ namens „Hansaplast med Spray“. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es bei mir nicht geholfen hat, auf ein kostengünstigeres Alternativprodukt auszuweichen. Entscheidend scheint mir das im Hansaplast-Spray verwandte Chlorhexidinbis (D-gluconat) zu sein, was im Übrigen auch oft mit der Behandlung des Staphylococcus aureus in Verbindung gebracht wird, einem der unliebsamen Besucher der Neurodermitiker-Haut.
Grundsätzlich ist zu beobachten, dass nach wie vor dann und wann Fiesel (fies juckende Bläschen) auftauchen wollen, besonders nach heiklen kulinarischen Genüssen oder schweißtreibenden Sportexzessen. Sie haben jedoch nach der beschriebenen Behandlung bisher stets am Folgetag den Rückzug angetreten, so dass es zu keiner Eskalation in Form von Entzündungsprozessen kam. Ich bin sogar der Meinung, die Menge und die Aggressivität der Fiesel hat in dieser Zeit abgenommen.

Das mit der Bleiche interessiert mich . WIeviel nimmst du denn davon ins Wasser? Brennt das auf der Haut?
Und sonst machst du nichts weiter außer desinfizieren?
Hallo Emma, die Menge hängt davon ab, wieviel Natriumhypochlorit in dem jeweiligen Haushaltsreiniger ist. Am Anfang habe ich Domestos Grotbuster genommen, dort sind 4,9% Bleichmittel enthalten. Davon habe ich dann ca. 150 ml, also gut einen halben Becher, genommen. Wenn weniger Bleiche im Reiniger drin ist, nehme ich entsprechend mehr ins Wasser.
Es brennt nicht, vermutlich weil das eigentlich reizende Mittel ja stark verdünnt ist. Ich tauche auch mein Gesicht ein. Es riecht wie im Schwimmbad nach Chlor, deshalb sollte man sich nachher nochmal gut abduschen.
Ansonsten creme ich mich natürlich auch ein, aber mit keiner medizinischen Salbe o.ä. – mehr dazu schreibe ich wie angekündigt demnächst.
Fiesel habe ich noch nie gehört, ist aber witzig.
Hallo!
Ich bade seit kurzem auch in DanKlorix und wünschte, ich hätte damit früher angefangen. Ein Glas (ca. 0,2) auf ein Vollbad. Und es ist komisch, ich habe mal Leistungsschwimmen gemacht, war also um die 4-5 mal in der Woche im Chlorwasser, und damals ging es meiner Haut ziemlich gut. Den Zusammenhang merke ich erst jetzt!
Außerdem find ich die Bleichebäder angenehmer als die auch helfenden Bäder in Totem Meer Salz. DanKlorix brennt nicht, auch nicht auf offenen Stellen.
Mit den Cremes kann ich ebenfalls nur zustimmen. Ich hab so viele Salben benutzt, in jeder Kur hat man mir gesagt, es müsste alles schön fettig sein… ich halte das für Schwachsinn. Meine Haut war so überfettet und die Poren so zu, dass sie kaum noch was aufnehmen konnte. Ich sollte auch irgendwann mal eine Art Teercreme ausprobieren. Ich roch wochenlang wie frisch asphaltiert und meine Haut wurde so lichtempfindlich, dass ich super schnell Sonnenbrand bekam. Sowieso gilt NICHT: viel hilft viel. Und nicht die Teuersten sind die Besten.
Noch ein Tip: Unverträglichkeiten. Mir wurde immer gesagt, ich hätte keine Lebensmittelallergien. Allerdings wurde nie alles getestet und wenn ein Produkt nur schwach anschlug, wurde es einfach übergangen. Ich hab dann selbst über Monate einen Ernährungsplan geführt und danach Pricktests gemacht. Und ich habe viele Unverträglichkeiten. Seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe, ist alles auch viel besser. Es gibt keine Hardcore Schübe oder zu geschwollene Gesichter mehr.
So, das war ein kleiner Bericht am Rande.
Alles Gute!
Hallo Julia,
danke für deinen interessanten Kommentar.
Vielleicht möchtest du gelegentlich noch mehr zu deiner Ernährungsumstellung sagen. Mich würde interessieren, was genau du beobachtet hast bzw. was aus deiner Sicht die Besserung herbeigeführt hat. Was verträgst du nicht, worauf verzichtest du nun?
Ich habe in diesem Bereich auch schon einige Erfahrungen gesammelt und werde in einem späteren Artikel davon erzählen. Es hat sich bei mir ein wenig dahingehend eingependelt, dass mir nur Extremes gefährlich werden kann. Damit meine ich (ein Zuviel an) Knoblauch, Zwiebeln und Exotisches à la Sojasauce.
Seit fast zwei Jahren esse ich kein Schweinefleisch mehr und den Rest an Fleisch bzw. Wurst und Käse nur als Bioware.
Viele Grüße, tiff.
Natriumhypochlorit-Lösung bekommt man übrigens auch in der Apotheke, meistens dürfte es von Hedinger sein.
Genauso gut kann man aber auch DanKlorix nehmen. Die klassische Variante in der blauen 1,5-Liter-Flasche enthält ca. 3%ige Natriumhypochlorit-Lösung und im Gegensatz zu anderen Chlorbleichen keine Zusatzstoffe.
In einigen Foren las ich von Leuten, die ‘irgendein Zeug mit Clor’ – möglicherweise noch in größeren Mengen – verwendet haben und sich nachher über die Hautreaktionen wunderten. Davon kann man natürlich nur abraten. Bitte vorsichtig sein mit solchen Chemikalien, Dosierungs- und Inhaltsangaben berücksichtigen! Zur Vorsicht ist auch bei Kombinationen mit anderen Badezusätzen geraten, wobei Waschmittel und Seifen unbedenklich sind.
Hallo,
hört sich alles sehr positiv an. Möchte ich auch probieren. Wieviel muss man denn vom DanClorix auf eine volle Wanne nehmen?
Gruss Oli
Hallo Oli,
ich habe ja oben schonmal etwas zur Dosierung geschrieben, jetzt aber nochmal nachgeschaut. In der Studie wurde “half a cup” 6%ige Natriumhypochlorit-Lösung für ein Vollbad genommen. “Cup” ist eine Maßeinheit.
Da DanKlorix nur 2,8% Natriumhypochlorit enthält nimmt man das doppelte, was ca. 237 mL oder 0,24 Liter entspricht.
Viel Erfolg, tiff.
Danke tiff… werde es so bald wie möglich testen. würde mich freuen wenn ich mehr von euch höre, ob es bei euch was gebracht hat oder auch nicht…
Falls das mit der Ernährungsumstellung von Interesse ist, …es ist ein langer Prozess. Ich esse jetzt schon seit 3 Jahren anders und finde ab und an immer noch Lebensmittel, auf die ich reagiere.
Am besten fängt man mit einem kleinen Buch an, dass überall hin mitgenommen wird. Dort schreibt man genau rein was man isst, jede einzelne Zutat wenn man kocht und wie sich die Haut oder sonstiges verändert. Dann muss nach und nach alles einzeln getestet werden.
Bei mir fing es damit an, dass ich nach dem Frühstück immer Niesanfälle bekam und meine Augen tränten. Es lag an Milch und Weizen. Ein paarmal schwoll mein Gesicht total zu. Der Grund war Roggen und Mandeln. Wenn ich z.B. eine Mandel esse, passiert nix. Esse ich eine ganze Packung Marzipan, sehe ich am nächsten Tag aus wie ein Luftballon. Von einer vollen Tüte Macadamia Nüssen musste ich mich mal übergeben. Von Holunder krieg ich Herpesbläschen.
Es ist nicht einfach alles rauszufinden. Mittlerweile hab ich so viel erkannt, dass ich SEHR vieles nicht essen darf. Brot backe ich aus Reismehl und Sonnenblumenkernen selbst, mal eben was unterwegs essen ist bei mir nicht drin. Bäckerei, Fast Food, …vieles geht nicht, ausser Pommes. Majo auch nur bedingt, in der gekauften Variante steckt oft Senf mit drin. Senf geht auch nicht.
Weil meine “No Go” List so lang ist, sündige ich manchmal. Wenn ich ausessen gehen oder so. Dafür hab ich meine Notfallkortisoncreme.
Zu den Bädern: ich wechsle jetzt Totes Meer Salz und Chlor ab. Nur Danklorix trocknet die Haut zu stark aus.
Viele Grüsse!